Neuer RTW-Standort in Ettenbeuren geht am 1. April 2026 in Betrieb
Der neue Rettungswagen in Ettenbeuren nimmt am 1. April 2026 den Betrieb auf. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der Landkreis Günzburg einen weiteren Standort für einen Rettungswagen im Kammeltal erhalten wird. Ende des vergangenen Jahres ging der Zuschlag an die Firma Bäuerle Ambulanz. Nun konnten die Verträge unterschrieben werden. „Der neue Rettungswagen bedeutet noch kürzere Wege. Mit dem zusätzlichen Fahrzeug stellen wir sicher, dass Hilfe noch schneller vor Ort ist“, sagt Landrat Hans Reichhart.
Gemäß den Vorgaben des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes muss der Rettungsdienst in Bayern so geplant werden, dass Notfallorte in der Regel innerhalb von höchstens zwölf Minuten erreicht werden können. Ein vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) in Auftrag gegebenes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass im Versorgungsbereich Jettingen ein zusätzlicher Rettungswagen benötigt wird. Der Standort in Ettenbeuren zeichnet sich insbesondere durch seine verkehrsgünstige Lage aus. „Dies ist ein Rettungswagen für das Kammeltal und weit darüber hinaus. Davon profitiert die gesamte Region”, sagt Landrat Hans Reichhart. Der zusätzliche RTW ermöglicht eine effektive Abdeckung des Kammeltals und gewährleistet zugleich eine gute Erreichbarkeit für die umliegenden Kommunen. Damit steht für den Bereich Jettingen künftig auch ein zweiter Rettungswagen zur Verfügung.
Aktuell wird der Rettungswagen aus Jettingen für Einsätze im Kammeltal eingesetzt. „Mit dem zusätzlichen Rettungswagen in Ettenbeuren halbieren sich stellenweise die Rettungswege“, erklärt Jan Terboven, Geschäftsführer des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. Der Bedarf für einen weiteren Standort sei eindeutig gegeben: „Die Einsatzzahlen sind gestiegen, oft sind zwei Rettungswagen gleichzeitig im Einsatz.“
Der Standort des neuen Rettungswagens befindet sich mitten in Ettenbeuren, direkt beim Rathaus. Das Feuerwehrhaus wird zur Rettungswache umgebaut. Die Feuerwehr selbst erhält einen neuen Anbau. „Der Bau soll so schnell wie möglich beginnen”, sagt Bürgermeister Thorsten Wick. Bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, erhält der RTW einen vorübergehenden Stellplatz direkt beim Bauhof.
Hintergrundinformation:
Der Freistaat Bayern ist in 25 Rettungsdienstbereiche aufgeteilt, für die jeweils ein Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) zuständig ist. Dieser ist als kommunaler Zusammenschluss Träger des Rettungsdienstes und der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst und legt die Struktur der rettungsdienstlichen Einrichtungen fest. Die einzelnen Rettungsdienstbereiche sind wiederum in Versorgungsbereiche aufgeteilt. Als Versorgungsbereich wird das Gebiet in der Umgebung einer Rettungswache bezeichnet, für deren Versorgung die jeweilige Rettungswache zuständig ist. In einem Versorgungsbereich kann es zusätzliche Rettungsdienststandorte geben, die nicht 24 Stunden täglich besetzt sind. Diese werden als Rettungsdienst-Stellplatz bezeichnet.
In jedem Versorgungsbereich muss die sog. „Hilfsfrist“ eingehalten werden. Das heißt, dass 80 Prozent aller an Straßen gelegenen Notfallorte binnen maximal zwölf Minuten Fahrzeit erreicht werden müssen. Das Gebiet des Rettungsdienstbereichs Donau-Iller umfasst die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu sowie die kreisfreie Stadt Memmingen. Der Rettungsdienstbereich ist in zehn Versorgungsbereiche unterteilt. Tagsüber sind an 15 Standorten 19 Rettungswagen im Dienst, nachts sind an elf Standorten 13 Rettungswagen einsatzbereit. Rund um die Uhr stehen an 8 Standorten Notarzteinsatzfahrzeuge zur Verfügung.
Verbandsvorsitzender des ZRF Donau-Iller ist der Landrat des Landkreises Günzburg, Dr. Hans Reichhart.









